Karl-Wilhelm Blum Libri





Subsidiaritä Was die jeweils kleinste Einheit leisten kann und will, das darf dieser nicht entzogen, das muss aber umgekehrt auch von dieser durchgeführt werden. Erst wenn die untere Ebene nicht mehr kann oder will, soll die nächsthöhere – eben "subsidiär" – eintreten. Dieses Prinzip gilt für unterste, mittlere und höchste Ebenen bis hinauf zur Obrigkeit und zum Abstraktum Staat. Das Buch geht den geistesgeschichtlichen Wurzeln dieses Prinzips nach und zeigt die Dringlichkeit dieser Dynamik an zwei Fallstudien aus dem 21. Jahrhundert an dem Humanitären Korridor in Italiens Flüchtlingspolitik und an einem Bildungsprogramm für benachteiligte Kinder in Rumänien. Auf diese Weise kann auf theoretischem Fundament (von Homer bis Grillparzer) und auf anschauliche Weise die Bedeutung von Subsidiarität als Grundlage menschlichen Zusammenlebens erwiesen werden.
Das Höhlengleichnis des großen Philosophen der Griechen Platon ist allgemein bekannt, es wurde zu dem Vorbild für sechs weitere Höhlengleichnisse aus Antike und byzantinischem Mittelalter. Während das von Aristoteles noch relativ bekannt ist, gilt das für die fünf weiteren Höhlengleichnisse nicht mehr. Der vorliegende Band enthält die Urtexte der sieben Höhlengleichnisse mit deutscher Übersetzung, jedes einzelne Gleichnis wird genau interpretiert. Thema des letzten Kapitels ist die Weiterwirkung bis in das 20. Jahrhundert hinein; es werden zum Beispiel die Anspielungen bei Friedrich Dürrenmatt, Clive Staples Lewis oder Luigi Pirandello zitiert und erläutert. Den Abschluß bilden die kurzen Worte des Begründers der neuzeitlichen Philosophie, René Descartes, zum Wesen der Höhle. So erschließt der Band das literarische Genus der Höhlengleichnisse über einen Zeitraum von rund 2 500 Jahren europäischer Geistesgeschichte.
Letzte Worte
- 126pagine
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