Im Fernsehen brennen Wälder, Arten sterben aus – und Linda Baban spürt: nichts. Dabei war das einmal anders. Als Kind sprach sie mit der alten Trauerweide in Sya, einem magischen Ort in ihrem Dorf nahe Leipzig, und fragte sich, wie es wohl wäre, eine Libelle zu sein. Mit dem Umzug in die Großstadt ging diese Verbundenheit verloren, leise und fast unbemerkt. Nun macht sie sich auf die Suche. Nach über zehn Jahren kehrt sie nach Sya zurück, geht die Isarwege ihrer Münchner Teenagerzeit noch einmal ab und entdeckt in Kiel die Bäume ihres Alltags neu. Sie gräbt die Hände in die Erde und begegnet zwei Gänsen auf Augenhöhe. Mit Denker:innen wie Donna Haraway, Arturo Escobar und Robin Wall Kimmerer fragt sie, warum wir unsere Beziehung zur »Natur« vergessen haben – und wie wir lernen können, sie wieder zu spüren. Ein persönliches Buch, weder Manifest noch Ratgeber, für alle, die sich abgeschnitten fühlen. Und eine Einladung, den eigenen Blick auf die Welt zu hinterfragen.
Linda Baban Libri
