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Der heilige Zeitgeist

Studien zur Ideengeschichte der protestantischen Theologie in der Weimarer Republik

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Friedrich Wilhelm Grafs Studien zur protestantischen Universitätstheologie der Zwischenkriegszeit haben seit den 1980er Jahren zahlreiche Kontroversen ausgelöst. Kritische Deutungen der antiliberalen Theologien von Karl Barth, Friedrich Gogarten und Hans-Joachim Iwand stießen auf Widerspruch, ebenso wie Analysen zum antidemokratischen Autoritätskult von Reinhold Seeberg. Das Buch bietet eine repräsentative Auswahl aus Grafs theologischen Studien zur Weimarer Republik und den Anfängen der nationalsozialistischen Diktatur. Am Beispiel des Kreises um Martin Rades „Die Christliche Welt“ wird die Resistenz einiger prominenter liberaler Protestanten im NS-Staat herausgearbeitet. Graf verfolgt eine konsequente Historisierung und kontextualisiert die theologischen Wissensproduktionen politisch, inspiriert von moderner Ideengeschichte und Diskursgeschichte. Besonders betont er die Fundamentalkritik der damals Jüngeren am bürgerlichen theologischen Liberalismus des Kaiserreichs, die auch eine Ablehnung des politischen Liberalismus im Umfeld Friedrich Naumanns impliziert. Die „antihistoristische Revolution“ der frühen 1920er Jahre förderte einen radikal antibürgerlichen Gestus, während die Glaubensernste Emphase und der Hunger nach Ganzheit mit einem dezisinistischen Zeitgeist verbunden waren, der die Mechanismen der Konsensbildung und den Kompromissbedarf einer parlamentarischen Demokratie kaum zuließ.

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Der heilige Zeitgeist, Friedrich Wilhelm Graf

Lingua
Pubblicato
2011
Rilegatura
(In brossura),
Condizioni del libro
Danneggiato
Prezzo
65,90 €

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Titolo
Der heilige Zeitgeist
Sottotitolo
Studien zur Ideengeschichte der protestantischen Theologie in der Weimarer Republik
Lingua
Tedesco
Pubblicato
2011
Formato
In brossura
Pagine
527
ISBN10
3161504305
ISBN13
9783161504303
Serie
Descrizione
Friedrich Wilhelm Grafs Studien zur protestantischen Universitätstheologie der Zwischenkriegszeit haben seit den 1980er Jahren zahlreiche Kontroversen ausgelöst. Kritische Deutungen der antiliberalen Theologien von Karl Barth, Friedrich Gogarten und Hans-Joachim Iwand stießen auf Widerspruch, ebenso wie Analysen zum antidemokratischen Autoritätskult von Reinhold Seeberg. Das Buch bietet eine repräsentative Auswahl aus Grafs theologischen Studien zur Weimarer Republik und den Anfängen der nationalsozialistischen Diktatur. Am Beispiel des Kreises um Martin Rades „Die Christliche Welt“ wird die Resistenz einiger prominenter liberaler Protestanten im NS-Staat herausgearbeitet. Graf verfolgt eine konsequente Historisierung und kontextualisiert die theologischen Wissensproduktionen politisch, inspiriert von moderner Ideengeschichte und Diskursgeschichte. Besonders betont er die Fundamentalkritik der damals Jüngeren am bürgerlichen theologischen Liberalismus des Kaiserreichs, die auch eine Ablehnung des politischen Liberalismus im Umfeld Friedrich Naumanns impliziert. Die „antihistoristische Revolution“ der frühen 1920er Jahre förderte einen radikal antibürgerlichen Gestus, während die Glaubensernste Emphase und der Hunger nach Ganzheit mit einem dezisinistischen Zeitgeist verbunden waren, der die Mechanismen der Konsensbildung und den Kompromissbedarf einer parlamentarischen Demokratie kaum zuließ.