Was die Archäogenetik zur Geschichtsforschung beitragen kann
163pagine
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Die Analyse alter DNA wird als Schlüssel zur Beantwortung zentraler Fragen der Menschheitsgeschichte betrachtet. In diesem Buch untersuchen zwei Historiker die tatsächlichen Erkenntnisse der Archäogenetik und deren Beitrag zur Geschichtsforschung. Sie beleuchten insbesondere die spektakulären Ergebnisse in den Bereichen Migrationen und Epidemien. Dabei stellen sie grundlegende Fragen zur Beziehung zwischen Geistes- und Naturwissenschaften und erörtern, wie eine fruchtbare Zusammenarbeit in der historischen Forschung aussehen kann.
Moral, Mobilität und die Kirchenorganisation im Karolingerreich
599pagine
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Im Frühmittelalter waren Landpfarrer zentrale Figuren in ihren Gemeinden, die nicht nur für die religiöse Betreuung zuständig waren, sondern auch als soziale und kulturelle Anlaufstellen fungierten. Das Buch beleuchtet die Herausforderungen und Lebensumstände dieser Geistlichen, die oft mit begrenzten Ressourcen und einem hohen Maß an Verantwortung konfrontiert waren. Es werden sowohl die spirituellen als auch die alltäglichen Aspekte ihres Lebens betrachtet, einschließlich ihrer Rolle in der Bildung, der Landwirtschaft und der Gemeinschaftsorganisation.
Karl der Große war eine europäische Gestalt – und unser Kontinent gewann Gestalt durch ihn und seine Herrschaft. Die fast 50 Aufsätze dieses Bandes entfalten nahezu alle Facetten karolingischer Macht und Geschichte. Die Herrschaftspraxis Karls, seine Reisetätigkeit, die Pfalzen und Paläste werden ebenso beschrieben wie die diplomatischen Beziehungen des karolingischen Hofes und dessen innere Struktur. Dimensionen, Grenzen und Kerngebiete des fränkischen Herrschaftsbereiches werden ausgelotet, ebenso ein über Jahrhunderte zentrales Problem mittelalterlicher Geschichte in seinen Anfängen betrachtet: das Verhältnis von Staat und Kirche. Karls Frömmigkeit und die seiner Epoche ist ein weiteres Thema. Der Tod des Kaisers 814 markierte einen Einschnitt in der Geschichte des frühen Mittelalters – und machte Platz für den Mythos von Karl dem Großen, dem Vater Europas.
Die Transformation der römischen Welt ist ein hoch aktuelles und viel diskutiertes Thema der Geschichtswissenschaft. Die Bedeutung von Verwandtschaft für diesen epochalen Prozess wurde bislang kaum untersucht. Der vorliegende Band schließt diese Lücke: International führende Forscher nehmen die Rolle der Verwandtschaft für die Umwandlung der sozialen Ordnung in den Blick, untersuchen das Beziehungsgeflecht zwischen politischer Herrschaft und der Formation von Verwandtschaft und fragen auf dieser Basis nach den Implikationen für die sprachwissenschaftliche und historische Beschäftigung mit Personennamen. Die Perspektive des Bandes ist multiperspektivisch, interdisziplinär und transepochal. Damit überschreitet er die bisherigen Grenzen der Forschungsdiskussion und macht auf Brüche, Kontinuitäten und Transformationsprozesse der Praxis und Konzeption von Verwandtschaft aufmerksam.
Einhard war einer der engsten Berater Karls des Großen und Ludwigs des Frommen. Als Karls Biograph hat er unser Bild des ersten Kaisers im Westen des mittelalterlichen Europas geprägt. Anschaulich erzählt Steffen Patzold Einhards bewegtes Leben zwischen kaiserlichem Hof und Heiligenkult. Einhard war anders: ausgebildet im Kloster Fulda, aber kein Mönch; ein Laie, aber hochgelehrt; ein freier Mann, aber so kleingewachsen, dass er kaum fähig war, ein Schwert zu führen; ein Höfling im Zentrum der Macht, aber aus unbedeutender Familie. Die Spannungen brachten Einhard schon früh dazu, über sich und seine Rolle in der Welt nachzudenken. Als junger Mann kam er auf Empfehlung des Fuldaer Abtes an den Hof Karls des Großen. Dort machte er binnen weniger Jahre Karriere. Seine rasche Auffassungsgabe, sein Geschick und seine ausgeprägte politische Flexibilität erlaubten es ihm, mehr als drei Jahrzehnte hindurch alle Erschütterungen und Krisen des Frankenreichs im Herzen der Macht zu überleben und Politik zu gestalten. Wer Einhard beobachtet, erhält einen tiefen Einblick in die Kultur des Frankenreichs zur Zeit Karls des Großen. Und er lernt einen Menschen aus dem Frühmittelalter kennen, der uns ungewöhnlich viel von sich selbst überliefert hat.
Jahrzehntelang galten unsere Vorstellungen vom mittelalterlichen Lehnswesen als gesichertes Handbuchwissen; doch seit Mitte der neunziger Jahre ist eine neue Debatte um dieses Thema entbrannt. Und so muss man sich wieder ernsthaft mit den Fragen auseinandersetzen: Wann und wie sind Lehen entstanden? Welche Funktionen haben sie im Mittelalter erfüllt? Wie sah die Beziehung zwischen Lehnsherren und Vasallen aus? Ja - gab es im Mittelalter überhaupt ein Lehnswesen? Steffen Patzold hat in seinem kleinen anregenden Buch zusammengefasst, was man darüber wissen sollte.