Die umfassende Analyse von Paul Klees Werk durch Gregor Wedekind beleuchtet dessen tiefgreifende Auseinandersetzung mit Philosophie, Literatur und der politischen Zeitgeschichte. Die Forschungsbeiträge bieten einen kritischen Blick auf Klees künstlerische Radikalität und sein Spannungsfeld zwischen Mystik und Rationalität, besonders im Kontext des Ersten Weltkriegs. Zudem werden die Verbindungen zu anderen Künstlern des Blauen Reiters sowie zentrale ästhetische Kategorien wie das Groteske thematisiert. Wedekinds Arbeiten eröffnen vielfältige Perspektiven auf Klees komplexes Œuvre und situieren ihn intellektuell in den Debatten seiner Zeit.
Géricaults Hauptwerk, das Floß der Medusa, zeigt dramatische Szenen nach dem Schiffbruch der Fregatte Medusa im Jahr 1816. Auf einem hastig gezimmerten Floß kämpfen Menschen ums Überleben, einige beten verzweifelt, während andere leblos auf den Planken liegen. Der Kapitän hatte das Floß gebaut, um Passagiere zu retten, doch es wurde bald sich selbst überlassen. Ohne Proviant und Wasser erlitten die Überlebenden unvorstellbare Qualen, Gewalt und Kannibalismus. Géricault hielt das Geschehen in zahlreichen Entwürfen fest, skizzierte Einzelszenen und studierte kranke Menschen und Leichenteile, um die Emotionen authentisch einzufangen. Sein Interesse an Körperfragmenten führte dazu, dass seine Studien zu autonomen Bildern wurden. Géricault wollte das Leid der Menschen so realistisch wie möglich darstellen, wobei er die Gesichter der Leidenden studierte. Besonders bemerkenswert sind seine Studien von Geisteskranken, die verschiedene psychische Erkrankungen dokumentieren. Géricault verzichtet bewusst auf barbarische Details, um den Betrachter nicht abzustoßen, sondern mit der schaurigen Wahrheit zu konfrontieren. Der Katalog zur Ausstellung zeigt 155 farbige Tafeln, die Géricaults Auseinandersetzung mit dem menschlichen Schicksal dokumentieren und seine radikale Modernität verdeutlichen. Experten beleuchten Géricaults Leben und Werk, das stark von Künstlern wie Raffael und Michelangelo beeinflusst wurde.
Die Ausstellung rückt zwei der zentralen Themenkomplexe des bedeutenden französischen Malers der romantischen Schule in den Mittelpunkt: das physische Leiden des modernen Menschen, wie es eindrücklich in Stillleben von abgeschnittenen Köpfen und Gliedmaßen als das Ineinander von Leben und Tod zum Ausdruck kommt, sowie die psychische Qual, wie sie seine Porträts von Geisteskranken zeigen. Diese komplett neuartigen Darstellungen von existenziellen Situationen, von Wahnsinn und Krankheit, von Leiden und Tod stehen beispielhaft für Géricaults besondere Modernität, die solchen mit Abscheu und Ekel besetzten Sujets Bildwürdigkeit und eine verstörende Aktualität verleiht. 0Exhibition: Schirn Kunsthalle, Frankfurt, Germany (18.10.2013-26.01.2014) & Museum voor Schone Kunsten, Gent, Belgium (25.02.2014-21.05.2014). 0.