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Passagiere und Papiere

Schreibakte auf der Schwelle zwischen Spanien und Amerika (1530-1600)

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Passagiere und Papiere beleuchtet eine vergessene Urszene der Moderne, die in den bürokratischen Ritualen der Narrativierung und Verschriftlichung verankert ist. Diese Praktiken initiierten Menschen, die nach Amerika reisen wollten, in den Status legaler Personen und schufen das moderne Untertanensubjekt. Der Krieg der spanischen Krone im 16. Jahrhundert gegen eigene Bürger, darunter konvertierte Juden, Mauren sowie Arme und Vagabunden, führte an der Schwelle zur Neuen Welt zu einer Vielzahl kleiner Literaturformen: Ausreiseanträge, Verhörsprotokolle, Zeugenaussagen und Passagierlisten. Ab 1535 durfte niemand in Sevilla ein Schiff besteigen, ohne zuvor schriftliche Nachweise seiner Identität und Herkunft bei einem Richter vorzulegen. Das Indienhaus, die 'Casa de la Contratación', wurde zu einem der ersten Orte in Europa, wo das Beschreiben und Erzählen nicht mehr nur den Mächtigen vorbehalten war, sondern auch zur Überwachung und Kontrolle diente. Bernhard Siegert rekonstruiert anhand kaum erforschter Quellen aus dem Archivo General de Indias in Sevilla die Rituale der Legitimation und Narrativierung, die im 16. Jahrhundert alle Passagiere durchlaufen mussten. Auf der anderen Seite des Ozeans verbanden sich Passagierlisten mit Einwohnerverzeichnissen, was das Seßhaftmachen der Passagiere mit einem System von Registern verknüpfte, das das 'Am-Platz-Sein' von Menschen an das 'Am-Platz-Sein' von Lettern band.

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Passagiere und Papiere, Bernhard Siegert

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2006
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