Research-based works from a conceptual artist exploring the dynamic between humans and nature This is the first comprehensive survey from Austrian conceptual artist Iris Andraschek (born 1963), whose practice explores alternative lifestyles and the dynamic relationship between humans and their natural surroundings. Andraschek's multimedia installations and photo-based works emerge from extensive preparatory research.
Die Lentos-Retrospektive über Karl Hauk dokumentiert das umfangreiche Schaffen des Künstlers, der maßgeblich an der künstlerischen Ausbildung der ersten Nachkriegsgeneration beteiligt war und bis heute sichtbare Arbeiten im öffentlichen Raum in Linz schuf. Karl Hauk (1898-1974) erlebte beide Weltkriege und viele Umbrüche. Sein Werk ist stilistisch breit gefächert, mit Neusachlichkeit und expressionistischen Strömungen. Die Themen sind figurativ und sozialkritisch, behandeln das Arbeiterleben, religiöse Darstellungen und verschiedene Facetten von Liebespaaren. Als erster Direktor der Meisterklasse für Malerei an der Kunstschule Linz von 1947 bis 1951 prägte er die künstlerische Ausbildung der Nachkriegsgeneration. Hauks Arbeiten wurden regelmäßig bei Ausstellungen der Künstlervereinigung MAERZ präsentiert und er war Mitglied im Hagenbund sowie Aussteller in der Wiener Secession. Viele seiner Aufträge im öffentlichen Raum, wie die Uhr für die Linzer Tabakfabrik 1932 und das Wandbild „Die Medizin“ von 1957, sind bis heute erhalten. Leider wurden während des Zweiten Weltkriegs viele Werke zerstört, darunter Wandbilder aus der Arbeiterkammer von 1929. Hauk wird für sein vielseitiges Œuvre geschätzt, doch die Wertschätzung seiner in den 1950er-Jahren entstandenen Werke ist bis heute gering. Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Katalog erschienen.
Es heißt, wir leben im Spiegel des Anderen. Fremdes erscheint uns häufig bedrohlich. Wie können wir es schaffen, uns anderen Weltbildern zu öffnen, ohne dabei die eigene Identität preiszugeben? Die Ausgrenzung des Anderen - oder schlichtweg anderer Personen - lässt sich auch heute noch auf Geschlechterdifferenz, sexuelle Identität oder die äußeren Merkmale von Menschen verschiedener Abstammung zurückführen. Dabei wirken oft kulturelle Konstrukte nach, die diese "Anderen" in starren Rollenbildern fixieren. Die zum breit gefächerten Topos "Fremde" ausgewählten Werke aus der Fotosammlung der Museen der Stadt Linz sowie aus Privatbesitz spannen raumgreifende Dialoge. Wir versuchen anhand der ausgewählten Werke Brücken in vergangene Zeiten und ferne Kulturen zu schlagen und geläufige Stereotypen der Abwertung und Ausgrenzung sozialer Gruppen bewusst zu machen. Dabei kommen Begriffe wie Othering, Orientalismus, Kolonialismus, Marginalisierung und Klassismus zur Anwendung. [Diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung Fremde - Fotografien über den künstlerischen Zugang zum Anderen im Lentos Kunstmuseum Linz, 6.10.2023 - 4.2.2024.]
In fast allen Arbeiten von Hans Pollhammer ist ein Moment des Augenzwinkerns zu beobachten. Er begegnet den Dingen des Lebens mit ironischer Distanz und transformiert sie. Trotz des spielerischen Ansatzes ist ihm die Ernsthaftigkeit seiner Arbeit wichtig. Er reflektiert über die Kunstszene und betont, dass es nicht schadet, wenn die Werke so aussehen, wie sie aussehen, und dass man ernst sein kann, während man Spaß hat. Der Auswahlprozess für seine Arbeiten ist fließend; es gibt keinen letzten Auslöser, da er ständig kreativ tätig ist. Er fragt sich zwar, warum er immer wieder Bilder malt oder Koffer baut, doch der kreative Drang bleibt ungebrochen. Seine Inspiration kommt oft aus Filmen, insbesondere von Regisseuren wie Jarmusch und Kaurismäki, sowie aus seiner direkten Umgebung. Die Figuren, die er auswählt, sind solche, die ihm sympathisch sind und in wichtigen Szenen vorkommen. Pollhammer sieht seine Arbeiten auch als Mittel zur Dekonstruktion von Männlichkeit, indem er populäre Helden und Antihelden in seinen Bildern präsentiert. Die Frage, ob diese Figuren gescheitert sind, beantwortet er mit einem Schmunzeln und weist darauf hin, dass sie das selbst erledigt haben.
Die in Graz aufgewachsene Malerin und Grafikerin Ida Maly (1894?1941) lebte, studierte und arbeitete in den 1920er-Jahren in Wien, München, Berlin und Paris, den damals bedeutendsten Kunstplätzen Europas. Dort setzte sie sich mit Jugendstil, Expressionismus, Art Deco und der Neuen Sachlichkeit auseinander, während sie sich mit dem Kopieren Alter Meister und dem Anfertigen gebrauchsgrafischer Arbeiten durchschlug ? Versuche einer künstlerischen Selbstbehauptung unter widrigen Bedingungen. Thematisch kreiste sie vor allem um den Menschen und sein Porträt, esoterische und religiöse Themen spielten ebenfalls eine wichtige Rolle. In ihren Zeichnungen und Skizzenbüchern schuf Maly ein beachtliches, vielschichtiges Werk, das neue Aspekte des österreichischen Kunstschaffens der Zwischenkriegszeit aufzeigt.01928 nahm ihr Leben eine tragische Wendung, als die Künstlerin als ?Schizophrene? in der Grazer Psychiatrie ?Am Feldhof? institutionalisiert wurde. Dort zeichnete sie die anderen Insassen, denen sie in einfühlsamen Porträts jene Individualität und0Würde zugestand, welche ihnen die zunehmende Unmenschlichkeit der Psychiatrie absprach. Die Künstlerin wurde 1941 in das oberösterreichische Schloss Hartheim deportiert, wo sie im Alter von 46 Jahren der grausamen NS-Euthanasie zum Opfer fiel.00Exhibition: Lentos Kunstmuseum, Linz, Austria (22.10.2021- 09.01.2022)
"Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe", sagt Pippi Langstrumpf. Diese Selbstsicherheit wünschen wir uns für unsere Kinder, doch haben sie die Möglichkeit, sich ungehindert auszuleben? Die heutige Überbehütung und die fortschreitende Digitalisierung schränken den Bewegungs- und Entdeckungsdrang der Kinder ein. Obwohl Kinder viele Erziehungskonzepte, Krieg, soziale Not und Vernachlässigung überstehen, geschieht dies oft zu einem hohen Preis. 170 Künstler_innen illustrieren die übermütige, neugierige, verträumte und rebellische Natur von Kindern und betonen, dass sie Freiraum für Träume und Langeweile benötigen – beides essentielle Voraussetzungen für Kreativität. In neun Kapiteln werden Positionen von 1900 bis heute präsentiert, die kindliches Glück sowie Frustration kritisch, differenziert, humorvoll und ironisch dokumentieren. Dies macht uns bewusst, dass es an uns liegt, unseren Kindern eine erinnerungswürdige Kindheit zu ermöglichen. Die Publikation erscheint begleitend zur Ausstellung im Lentos Kunstmuseum Linz und zeigt zahlreiche, bisher unveröffentlichte Werke aus Künstlerateliers sowie 200 Werke aus nationalen und internationalen Museen, Galerien und Privatbesitz.
Mit ihren Arbeiten an der Schnittstelle von Kunst und Architektur zählt die 1967 gegründeten Gruppe Haus-Rucker-Co zu einer der wichtigsten Positionen der österreichischen Nachkriegsavantgarde. Ihr wegweisendes Werk überschritt die Grenzen traditioneller Gattungen und rief zu einer Verknüpfung von Kunst und Leben auf. Die von Haus-Rucker-Co aufgegriffenen Themen, wie etwa die zunehmende Umweltzerstörung, verdeutlichen die bis heute bestehende Relevanz ihres Schaffens. Die Mitglieder, darunter die Architekten Laurids Ortner, Günter Zamp Kelp, der Maler Klaus Pinter, sowie ab 1971 Manfred Ortner, setzten durch ihre Beteiligung an Ausstellungen, wie der Documenta in Kassel, internationale Maßstäbe. Mit dem Ankauf des umfangreichen Archivs von Günter Zamp Kelp übernahm das Lentos 2020 bedeutende Werkbestände von Haus-Rucker-Co in seine Sammlung. Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit Günter Zamp Kelp entsteht, präsentiert erstmals wesentliche Teile dieses Konvoluts und ermöglicht einen Überblick über das vielfältige Schaffen der Gruppe. Das Buch setzt sich aus zwei fest miteinander verbunden Bänden zusammen: 16,8 x 24,5 cm / 96 Seiten 24,5 x 16,8 cm, 96 Seiten 1. Band: im Querformat angelegt. Chronologisch sortiertes Werkverzeichnis und Biografie 2. Band: im Hochformat angelegt. Mit Vorworten, großzügigen Werkabbildungen, teilweise mit ergänzenden Erläuterungen, und drei Langtexten.
Die Monografie zur gleichnamigen Ausstellung im Lentos Kunstmuseum (27. Januar bis 7. Mai 2023) und im Museum Moderner Kunst Kärnten (22. Juni bis 17. September 2023) führt die atemberaubende Modernität des Malers Jean Egger (1897–1934) vor Augen, dessen Werke die Kunst der Nachkriegsjahre bereits um Jahrzehnte vorwegnahmen. Der als Hans Egger in Hüttenberg, Kärnten, geborene Maler studierte an der Münchner Akademie der Bildenden Künste. Während eines Malaufenthaltes in Sizilien entwickelte er eine verstärkte Expressivität in seinen Bildern. In Paris, wo er ab 1924 lebte, signierte er seine Porträts von prominenten Persönlichkeiten nun mit Jean Egger. Die französische Presse lobte den kühnen Pinselstrich seiner Landschaftsbilder und Porträts der Lebensgefährtin Signe Wallin. 1930 stand der Ausnahmekünstler mit einer hervorragend bewerteten Soloausstellung in Paris am Höhepunkt seiner Karriere. Die letzten zwei Lebensjahre verbrachte er, gezeichnet von seiner schweren Erkrankung, auf Mallorca, wo ihn Joan Miró mehrmals besuchte. Die Befreiung der Farbe und die Radikalität der Formauflösung in seinen Bildern machen ihn zu einem der bedeutendsten österreichischen Maler der Zwischenkriegszeit. Die Aufmachung als Hardcover mit Leinenüberzug und Schweizer Bindung sowie fünf vierseitigen Ausklappern macht das Buch zu einem besonderen Kunsterlebnis.