Georg Everhard Rumphius (1627-1702), ein Naturforscher und Kaufmann der niederländischen Ostindien-Kompanie, verfasste bedeutende Texte wie D'Amboinsche Rariteitkamer und Het Amboinsche Kruid-boek, die als Beiträge zur botanischen und zoologischen Taxonomie sowie zur niederländischsprachigen Kolonialliteratur gelten. Diese interdisziplinäre Studie untersucht die Wissensproduktion in Rumphius' naturhistorischen Schriften. Sie beleuchtet die Entstehung seiner Texte und Illustrationen auf der molukkischen Insel Ambon und fragt nach neuen Wissensräumen zwischen Indonesien und Nordwesteuropa. Dabei wird die Produktion und Rezeption naturkundlichen Wissens als ein zirkulierender Prozess zwischen asiatischen und europäischen Akteuren betrachtet. Die Autorinnen analysieren abwechselnd Material und Medium aus geschichts- und literaturwissenschaftlicher Perspektive. Die Untersuchung der Materialität umfasst Proben, Sammlungen und Publikationspraktiken, während die literaturwissenschaftlichen Analysen Rumphius' Texte hinsichtlich ihrer Gattungspoetik, Mehrstimmigkeit und Narrativität betrachten. So leistet die Studie einen wertvollen Beitrag zur Wissensgeschichte der europäischen kolonialen Unternehmungen im 17. und 18. Jahrhundert.
Esther Helena Arens Libri


Neuordnungen. Westdeutsche und niederländische "Entwicklungshilfe" für Indonesien in den 1960er Jahr
- 554pagine
- 20 ore di lettura
Die Studie analysiert die kolonial geprägten ökonomischen Modelle der Entwicklungshilfe und deren Anwendung in den 1960er Jahren in Indonesien. Sie beleuchtet die Verhandlungen und Projekte zwischen der Bundesrepublik Deutschland, den Niederlanden und Indonesien, gestützt auf Ministerialakten und wissenschaftliche Publikationen. Ein zentraler Punkt ist die Rolle der Modernisierungstheorien in der technischen Hilfe, die indonesischer Agency eine Plattform bot. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie die Schuldenregelung nach 1965/66 koloniale Strukturen durch den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank wiederherstellte.