Die Textsammlung zum Linken Wort 2010 bietet einen Rückblick auf die Lesung „Abgeschoben. Rassismusrepublik Österreich“, die im vergangenen Herbst stattfand. Das Thema hat an politischer Relevanz und Aktualität nicht verloren und bleibt eine gültige Feststellung. Der Anlass war der „Fall“ der Familie Zogaj, der im Juni 2010 öffentliche Empörung und Debatten auslöste, während rassistische und fremdenfeindliche Ressentiments die Medien dominierten. Seither wurden die österreichischen Asylgesetze weiter verschärft, und Rassismus sowie Fremdenfeindlichkeit nehmen sowohl in Österreich als auch europaweit zu. Diese Phänomene sind Teil einer verunsicherten Gesellschaft, die durch Krisen und Zukunftsängste geprägt ist und oft auf konstruierte Feindbilder reagiert, während grundlegende politische Systemfehler ignoriert werden. Die neue Textsammlung des Linken Worts versucht, im bestehenden politischen Mainstream eine literarische Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Die Beiträge von 27 AutorInnen laden zur Nachlese und kritischen Reflexion ein.
Roman Gutsch Ordine dei libri



- 2010
- 2009
Das „Linke Wort“ ist eine AutorInnenlesung, die seit 1975 jährlich im Rahmen des Wiener Volksstimmefests, dem traditionellen Presse- und Volksfest der KPÖ, stattfindet. An beiden Festtagen werden Prosatexte und Lyrik vorgetragen, die in der Folge als Anthologie veröffentlicht werden. Der Ende Oktober 2009 erscheinende Sammelband mit dem Titel „Wir retten ein System!“ setzt sich in vielfältigen Zugängen mit den Auswirkungen und Mechanismen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise auseinander und enthält literarische Beiträge von Christoph Aistleitner, Eugen Bartmer, Manfred Bauer, Lidio Mosca Bustamante, Friederikeinheim, Gerald Grassl, Florian Haderer, Elfriede Haslehner, Josef Haslinger, Philip Hautmann, Max Höfler, Eva Jancak, Martin Just, Eugenie Kain, Ursula Knoll, Dario Lagger, Hilde Langthaler, Güni Noggler, Helmut Rizy, Lale Rodgarkia-Dara, Stefan Schmitzer, Hilde Schmölzer, Christian Schreibmüller, Rolf Schwendter und Irina Valtscheva.
- 2008
Zwischen „Obstler und Essiggurken“, schrieb Elfriede Jelinek 1986, findet jährlich „eine wichtige literarische Demonstration der Einheit der linken Intelligenz in Österreich statt“. Gemeint ist das Linke Wort am Volksstimmefest, das im Jubiläumsjahr 2008 unter dem Motto „Aus dem Bilanzbuch des 20. Jahrhunderts“ stand. Im geschichtsträchtigen Gedenkjahr 2008 bilanzierten die teilnehmenden AutorInnen das 20. Jahrhundert entlang den markanten historischen Einschnitten der Jahre 1918, 1938 und 1968. Es sind vielfältige Zugänge in formaler und inhaltlicher Hinsicht, die in dieser Anthologie dokumentiert werden konnten.