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Sabine Pitscheider

    Studien zu Geschichte und Politik: Kematen in Tirol in der NS-Zeit
    Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte - 19: Tirol und Vorarlberg in der NS-Zeit
    Privat oder Stadt?
    Hakenkreuz am Hahnenkamm
    • Privat oder Stadt?

      Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe und der öffentliche Personennahverkehr in Innsbruck 1941–1950

      • 136pagine
      • 5 ore di lettura

      Im Jahr 2016 feierten die Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) ihr 75-jähriges Bestehen, was den Anstoß gab, die Geschichte ihrer Gründung zu untersuchen. Sabine Pitscheider beleuchtet die Umstände der Gründung im Jahr 1941 sowie deren Vorgeschichte und gerichtliches Nachspiel. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer den Bedarf an öffentlichem Personennahverkehr decken soll: gewinnorientierte Unternehmer oder die öffentliche Hand? Vor der Gründung waren in Innsbruck private Verkehrsgesellschaften tätig, die jedoch aufgrund der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren zunehmend wirtschaftliche Probleme hatten. Nach dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland begann die Stadt Innsbruck 1939, die Privatunternehmen sukzessive aufzukaufen. 1941 wurden diese, nun in öffentlicher Hand, als Innsbrucker Verkehrsbetriebe zusammengefasst. Führende Positionen wurden von den neuen NS-Machthabern mit loyalen Gefolgsleuten besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Geschichte der IVB zunächst von Rückstellungsprozessen gegen ehemalige Privatunternehmer geprägt, die ihre Unternehmensanteile zurückforderten. Erst durch gewonnene Prozesse, den Wirtschaftsaufschwung und eine konstante Führung durch die öffentliche Hand erhielt der städtische Verkehrsdienstleister die notwendige Ruhe und Stabilität für eine stetige Entwicklung.

      Privat oder Stadt?
    • Die Machtübernahme der Nationalsozialisten im März 1938 führte in Tirol und Vorarlberg zu tiefgreifenden Veränderungen in Politik, Wirtschaft, Justiz, Schule, Kunst und im Alltag sowie zur Verfolgung von Juden und Behinderten. Insgesamt 22 Beiträge beleuchten die Entwicklungen in diesen Bereichen. Themen umfassen die Rolle der Tiroler NSDAP vor 1938, die Machtübernahme und die wirtschaftlichen Bedingungen in Tirol während der NS-Zeit. Die Beiträge untersuchen auch die Kirche, die Justiz und die Sondergerichte in der Region sowie die Aktivitäten der Gestapo in Innsbruck. Zudem wird die Schulbildung im Gau Tirol-Vorarlberg thematisiert und die Problematik der Kinderlandverschickung behandelt. Ein weiterer Fokus liegt auf der Verfolgung psychisch Kranker und Behinderter, einschließlich Zwangssterilisationen. Die Kunst in Tirol zwischen 1938 und 1945 wird ebenfalls betrachtet, ebenso wie die Neugestaltung Innsbrucks nach dem Krieg. Die Entrechtung und Vertreibung der Juden sowie die „Arisierung“ der Wirtschaft werden analysiert, gefolgt von der „Endlösung der Judenfrage“ und den Verbrechen während des Luftkriegs. Abschließend wird die Tiroler Resistance im Jahr 1945 und der Umgang mit rechtsextremer Publizistik im Gedenkjahr 1988 kritisch betrachtet.

      Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte - 19: Tirol und Vorarlberg in der NS-Zeit