Die Subjektivierungsforschung spielt eine bedeutende Rolle in der Erziehungswissenschaft und angrenzenden Disziplinen. Der Band vereint theoretische und methodologische Beiträge, die verschiedene Dimensionen sozialer Ungleichheit beleuchten und miteinander verknüpfen. Die Beiträge diskutieren zentrale Konzepte wie Ent/Subjektivierung und Handlungsfähigkeit und thematisieren Rassismus sowie Postkolonialität als subjektivierende Rahmenbedingungen. Dies ermöglicht differenzierte Einblicke in die Subjektivierungsforschung und deren Relevanz für die Analyse sozialer Ungleichheit. Das Inhaltsverzeichnis umfasst eine Einführung in die Forschungsperspektiven, gefolgt von grundlegenden Auseinandersetzungen mit der Subjektivierungsforschung, die gesellschaftliche Verhältnisse und deren kritische Betrachtung thematisieren. Weitere Analysen bieten einen rassismuskritischen Ansatz zur Kant-Rezeption und diskutieren die Un/Möglichkeit des Schwarzen Subjekts im Kontext von Judith Butlers Theorien. Zusätzlich werden theoretische Perspektiven auf Staat und negative Subjektivierung sowie die Rolle von Autorisierung und Anerkennung behandelt. Der Band schließt mit Überlegungen zur Positionalität in der Subjektivierungsforschung aus post/dekolonial-feministischer Sicht, was zu einer umfassenden Reflexion über die Herausforderungen und Chancen in der Bildungsforschung beiträgt.
Antje Langer Libri





Pädagogik und Geschlechterverhältnisse in der Pandemie
Analyse und Kritik fragwürdiger Normalitäten
Oberflächlich betrachtet, ist das Frankfurter Bahnhofsviertel eine jedem zugängliche Welt, die jedoch durch doppelte Illegalisierung – Prostitution und Drogenkonsum – tabuisiert ist. Um hier 'mitzuspielen', muss man die informellen Regeln kennen; Forscherinnen, die nicht aktiv teilnehmen, werden von irritierten Freiern gefragt, 'was macht ihr hier, wenn ihr nichts macht?'. In dieser detaillierten Studie werden mithilfe von Erving Goffmans Interaktionstheorien die Wünsche und Taktiken der Freier, die Dynamik des 'Freier-Autocorso', sowie die Tabus, Strategien und Kompetenzen der Anbieterinnen analysiert. Auch die Preisgestaltung, der Ablauf des 'Geschäfts', Vertragsbrüche und Gewalttätigkeiten werden betrachtet. Unter den Drogenprostituierten gibt es Frauen, die dem Opfer-Stereotyp entsprechen, doch die Lebensgeschichten zeigen eine große Vielfalt. Ein früher sexueller Missbrauch als Ursache für Drogenkonsum und Prostitution wird selten erwähnt. Einige Frauen hatten bereits Prostitutionserfahrung, bevor sie mit Drogen begannen. Viele zeigen ein kompetentes Alltagsmanagement mit privaten Partnerschaften und einer gewissen Vorsorge bezüglich Drogenversorgung. Abgesehen von gesundheitlichen Problemen wie Hepatitis und schlechten Zähnen ist der körperliche Zustand der meisten Frauen besser als angenommen, und Körperpflege hat für viele eine hohe Priorität.
Mediale, politische und fachliche Auseinandersetzungen um Sexualität und Sexualpädagogik bringen immer wieder neue Diskursstränge und Konfliktlinien hervor, die zu spannungsgeladenen Professionalisierungsanforderungen führen. Im Zentrum des Bandes geht es um die Frage nach der grundsätzlichen Legitimität und Ausrichtung sexueller Lebensführungsweisen und deren politischer und pädagogischer Bearbeitung. Die Beiträge der Autor*innen widmen sich der empirischen und theoretischen Analyse heterogener Diskurspositionen sowie den Widersprüchlichkeiten, im Ringen um eine legitime, leistungsfähige und angemessene Sexualpädagogik.
Handbuch qualitative Forschungsmethoden in der Erziehungswissenschaft: 4. Auflage
- 1000pagine
- 35 ore di lettura
Qualitative Forschung leistet mit einem differenzierten Methodenrepertoire einen zentralen Beitrag zur Empirie in der Erziehungswissenschaft. Das Handbuch führt umfassend in das breite Spektrum qualitativer Forschungszugänge ein.