Die Bibel als Norm?
Das Ringen um das Recht der Kirche in Streitschriften aus der Zeit des Investiturstreits, ca. 1050-1140 (Recht im ersten Jahrtausend Band 2)
- 416pagine
- 15 ore di lettura
Tiefgreifende Veränderungen im Umgang mit Texten seit der Mitte des 11. Jahrhunderts haben die Verwissenschaftlichung des kirchlichen Rechts gefördert. Obwohl oft unbeachtet, sind auch die biblischen Texte von dieser methodengeschichtlichen Wende im Recht betroffen. Diese Untersuchung beleuchtet, wie die Streitschriftenliteratur die Bedeutung des Kampfes um das richtige Verständnis der biblischen Texte für die Verwissenschaftlichung des kirchlichen Rechts und die Rolle der Bibel im Recht der Kirche verdeutlicht. Zudem zeigt sich im Streit um die biblischen Texte eine Abkehr von der Gewohnheit als zentraler Denkfigur des frühmittelalterlichen weltlichen Rechts. Die Wahrheit wird zum Paradigma einer neuen Zeit, das nicht nur die Kirche und ihr Recht verändert, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf die gesellschaftlichen Strukturen hat.
