Im südwestlichen Brandenburg zeigt sich ein alarmierendes Bild: Die Landschaft verändert sich, und nicht nur die Wälder leiden unter den Folgen mehrerer heißer Sommer. Besonders betroffen ist die Gemeine Kiefer, deren Schadfläche 2021 etwa 15.000 Hektar betrug. Diese Baumart ist anfällig für Borkenkäfer und Pilzkrankheiten, da sie unter Hitze leidet. Trotz der Waldverluste bietet die aktuelle Situation auch Chancen für einen Neuanfang, vorausgesetzt, Waldbesitzer*innen investieren in klimastabile Laubmischwälder. Der Privatwald, der zwei Drittel des Holzbodens ausmacht, steht besonders im Fokus. Klein- und Kleinsteigentümer*innen sind hier dominant, doch die Vielzahl an kleinen Parzellen erschwert eine koordinierte Bewirtschaftung und den ökologischen Waldumbau. Bereits seit den 1920er Jahren werden Pflege- und Strukturmängel thematisiert, doch nun ergreifen die Akteure selbst das Wort. Ihre Antworten auf 45 Fragen liefern Einblicke in die Auswirkungen von Waldschäden, Zukunftsbaumarten, Bewirtschaftung und finanzielle Unterstützung. Bürgerbefragungen sind der erste Schritt, um Informationen zu sammeln und Lösungen aufzuzeigen. Weitere Angebote sind notwendig, um praktische Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Ein besorgter Teilnehmer bringt es auf den Punkt: "Alle Waldbesitzer müssen in die Pflicht genommen werden, denn es bringt wenig, wenn Einzelne sich anstrengen, während andere untätig bleiben."
Dirk Knoche Libri
