Theaitet und Das Gastmahl
Übersetzt von Friedrich Schleiermacher und Franz Susemihl
- 180pagine
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Ein zentrales Thema bei Platon ist die Unterscheidung zwischen gesichertem Wissen und bloßen Meinungen. In seinen frühen Dialogen demonstriert er mithilfe der sokratischen Methode, warum gängige Vorstellungen über das Erstrebenswerte und richtiges Handeln unzulänglich sind. Der Leser soll nachvollziehen, wie man vom vermeintlichen Wissen zum Eingeständnis des Nichtwissens gelangt. In seinen mittleren Schriften entwickelt er die Ideenlehre, um eine verlässliche Basis für echtes Wissen zu schaffen. Dieses Wissen bezieht sich nicht auf die wandelbaren Objekte der Sinneserfahrung, sondern auf unveränderliche, ewige Gegebenheiten einer geistigen Welt, die er als „Ideen“ bezeichnet. Der Seele, deren Unsterblichkeit er zu beweisen versucht, schreibt er die Teilhabe an der Ideenwelt und damit den Zugang zur absoluten Wahrheit zu. Philosophische Bemühungen und ein entsprechendes Bildungsprogramm ermöglichen es den Menschen, ihre wahre Bestimmung zu erkennen und Orientierung in Lebensfragen zu finden. Platon sieht die Aufgabe des Staates darin, optimale Bedingungen für die Bürger zu schaffen und Gerechtigkeit umzusetzen. Daher beschäftigt er sich intensiv mit der Verfassung eines Idealstaates, der diesem Ziel dient. In späteren Werken wird die Ideenlehre teils in den Hintergrund gedrängt, während er in der Naturphilosophie und Kosmologie der Ideen eine zentrale Rolle bei der Erklärung des Kosmos zuschreibt.
