Die Klimakrise hat das produktivitätsorientierte Denken in der Industrie herausgefordert, was einen Paradigmenwechsel im Werkzeugbau erfordert. Als zentraler Bestandteil der industriellen Wertschöpfungskette kann der Werkzeugbau entscheidend zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Bisher scheitert dies oft an einem unzureichenden Verständnis der Wertschöpfungskette und mangelnder Informationsverfügbarkeit. Ein großes Potenzial liegt in der Echtzeitvernetzung entlang des Werkzeuglebenszyklus. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Rahmen von Industrie 4.0 hilft, die Komplexität der nachhaltigen Entwicklung zu bewältigen. Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines organisatorischen Rahmenwerks zur datengestützten Gestaltung des nachhaltigen Werkzeuglebenszyklus. Das Prozessmodell besteht aus fünf Gestaltungselementen. Nachhaltigkeitsziele definieren die Anforderungen aller Stakeholder, während eine Steuerungs- und Bewertungssystematik die Zielerreichung ermöglicht. Die Nachhaltigkeitsleistung konzentriert sich auf die Entwicklung nachhaltiger Nutzungsmöglichkeiten, während die nachhaltige Wertschöpfung Prozess- und Ressourcenoptimierungen umfasst. Der digitale Schatten erhöht die Transparenz im Werkzeuglebenszyklus. Die Forschungsergebnisse werden anhand der Haidlmair Group und der BMW Group validiert. Der wissenschaftliche Beitrag liegt in einem ganzheitlichen Ansatz zur datengestützten Gestaltung des
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