Das Thema „Grenzen“ ist von historischen und politischen Dimensionen geprägt und spiegelt die kollektive Erfahrung unvorstellbarer Grenzüberschreitungen, die unser Jahrhundert beeinflussen. Grenzen haben ein doppeltes Gesicht: Sie sichern Identität, ermöglichen jedoch auch Entwicklung durch Grenzüberschreitung. Die Beiträge beleuchten Grenzsituationen in historischen Kontexten sowie individuelle Grenzziehungen zwischen Eltern und Kind oder Therapeut und Klient. Ziel ist es, Grenzverletzungen rechtzeitig zu erkennen und positive Grenzüberschreitungen bewusst zu gestalten. Die Inhalte umfassen Themen wie die Erfahrungen von H. Keilson über Grenzsituationen, G. Heisterkamps Analyse des Handelns von Analytikern, K. Hemmers Perspektive auf alternative Möglichkeiten, und H. Bades Erkenntnisse aus der Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen. Weitere Beiträge befassen sich mit der Psychodynamik selbstverletzenden Verhaltens, der Forschung an den Grenzen der Gegenübertragung und den Herausforderungen in der Teamsupervision. Auch werden Erfahrungen mit Leben, Sterben und Tod sowie die Entwicklung der Individualpsychologie seit 1933 thematisiert. Herausgeberin ist Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Ulrike Lehmkuhl, Lehranalytikerin an der Charité, CVK, und der Humboldt-Universität zu Berlin.
Ulrike Lehmkuhl Libri


Beiträge zur Individualpsychologie - 41: Kunst und Psyche – Berührungspunkte und Begegnungen
- 306pagine
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Welchen Stellenwert haben künstlerische Perspektiven auf die menschliche Psyche? Und für die Seelenarbeit? Ermöglicht das theoretische Wissen über die Dynamik des Seelischen einen besseren Deutungszugang zum Verständnis von Kunstwerken? Lässt sich künstlerisches Gestalten psychotherapeutisch anwenden? Ist psychoanalytische Praxis eine Kunstform? Die Felder Kunst und Psychoanalyse wissen beide um die entscheidende Bedeutung unbewusster Phänomene. Es handelt sich um eine höchst inspirierende wechselseitige Bezogenheit, die gerade in der Konfrontation, im Widerspruch, in der Irritation und selbst in der Provokation ein ungemein innovatives Potenzial besitzt. Die Zusammenschau von Kunst und Psyche gibt Einblicke in seelische Abläufe. Indem die Beiträge des Bandes der Deutschen Gesellschaft für Individualpsychologie bildende Kunst, Literatur, Musik und Film als Spiegel seelischen Geschehens interpretieren, generieren sie psychologisches Wissen. Insofern als künstlerische Gestaltung selbst in Therapie und Beratung einbezogen werden kann, entstehen neue, besondere Begegnungs- und Berührungszusammenhänge zwischen Kunst und Psyche.