Herbert Harder Libri






Seit Einführung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes im Jahre 1994 hat die stoffliche Verwertung von Abfällen als Sekundärrohstoffdünger verstärkt an Bedeutung gewonnen. Die Rahmenbedingungen für eine landbauliche Verwertung von Wirtschafts- und Sekundärrohstoffdüngern wurden in den vergangenen Jahren durch die Novellierung des Düngemittelrechts und entsprechende Anpassungen in den benachbarten Rechtsbereichen festgelegt. Parallel zu den Wirtschafts- und Mineraldüngern wird mittlerweile eine Vielzahl von Nebenprodukten, Rest- und Abfallstoffen zur Düngemittelproduktion eingesetzt oder direkt landwirtschaftlich bzw. landbaulich verwertet. Die Vorträge im Rahmen der KTBL-Tage 2006 haben sich dieser aktuellen Thematik gewidmet; sie sind in der neuen KTBL-Schrift zusammengestellt. Neben grundsätzlichen Fragen zur landwirtschaftlichen Verwertung von Wirtschafts- und Sekundärrohstoffdüngern in Deutschland und ihren Einflüssen auf Mensch und Umwelt werden schwerpunktmäßig die Themenfelder „Neue Düngemittel“(z. B. Kalke, Aschen, Fleischknochenmehle), „Alternativen zur Güllewirtschaft in der Schweinehaltung“, „Vergärung und Gärreste“ sowie „Rückgewinnung von Phosphor“ behandelt. Für einzelne Reststoffgruppen werden Anwendungsempfehlungen für den konventionellen und ökologischen Landbau gegeben sowie neben wertgebenden Eigenschaften mögliche Umweltwirkungen durch Schadstoffe und Schaderreger aufgezeigt.
Ein hoher Gesundheitsstatus in der Herde ist für die ökologische Milchviehhaltung unerlässlich, sowohl ethisch als auch wirtschaftlich. In der Praxis zeigen sich jedoch häufig Defizite, die zu niedrigen Milchleistungen und mangelhafter Tiergesundheit führen. Experten weisen darauf hin, dass diese Probleme oft auf suboptimale Haltungsbedingungen und die Nichteinhaltung üblicher Praxismanagementempfehlungen zurückzuführen sind. Insbesondere fehlen zuverlässige Empfehlungen zur Mastitisvorbeugung. Auf 64 Seiten werden praxisnahe Beratungsempfehlungen und Checklisten mit Tabellen und Bildern präsentiert. Renommierte Autoren analysieren prägnant relevante Bereiche der Tiergesundheitsprävention. Die gesammelten Erfahrungen und Ratschläge beziehen sich auf Aspekte, die Landwirte täglich betreffen oder ohne großen finanziellen Aufwand umsetzbar sind. Konkrete Fragestellungen zu Euter- und Gliedmaßengesundheit, Fruchtbarkeit, Milchqualität, Kälberaufzucht und Fütterung werden behandelt. Zudem wird die Tiergerechtheit der Haltungsverfahren, die Arbeitseffizienz des Herdenmanagements, das Qualitätsmanagement und die ökonomische Gesamtsituation überprüft. Auch die Erfüllung ökologischer Anforderungen in der Milchviehhaltung wird thematisiert.
In der KTBL-Schrift werden der Stand der Technik und die Entwicklungspotenziale für gasförmige (Biogas), flüssige (Biodiesel, Pflanzenöle, Ethanol) und feste Bioenergieträger (Holz, Stroh, Getreide) sowie für die Stromerzeugung durch Fotovoltaik dargestellt. Ökonomische und ökologische Analysen liefern Entscheidungshilfen, ob und wann ein Einstieg in den Betriebszweig „Energie“ in Erwägung gezogen werden kann.
Die Schrift dokumentiert den Stand der Technik und der Forschung, wirtschaftliche Fragen und geltendes Recht sowie die ethische Bewertung der Getreidekornverbrennung.
Schwerpunkte sind die Themen Legehennen in alternativen Haltungssystemen, Ethische Reglementierung von Tierversuchen und Verhalten, Haltung und Umgang mit Pferden. Die Vorträge befassen sich u. a. mit der verbesserten Aufzucht von Junghennen für alternative Haltungssysteme, dem Bewilligungsverfahren für Forschung in Angewandter Ethologie, dem Ausruhverhalten von Pferden in Offenlaufställen und den Auswirkungen von Bewegungsbuchten auf die ferkelführenden Sauen.
Bodenbearbeitung und Unkrautregulierung sind im ökologischen Landbau besonders eng verknüpft. Die wesentlichen Ziele und Techniken werden dargestellt. Auf Basis praktischer Erfahrungsberichte werden Beurteilungskriterien für Maßnahmen der Bodenbearbeitung und praxistaugliche Strategien zum Umgang mit Wurzelunkräutern am Beispiel der Distel abgeleitet.
Bewertung von Umweltschutzleistungen in der Pflanzenproduktion
- 137pagine
- 5 ore di lettura
Der Tagungsband gibt zunächst einen Überblick über die politischen Rahmenbedingungen der Pflanzenproduktion und die Effekte des Technikeinsatzes. Die Wirkungen der landwirtschaftlichen Verfahrenstechnik in den Bereichen Bodenbearbeitung, Düngung und Pflanzenschutz sowie die Möglichkeiten der Dokumentation der Produktionsprozesse werden aufgezeigt. Darauf aufbauend werden die Umweltindikatoren und die wichtigsten in der Diskussion befindlichen Bewertungskonzepte vorgestellt. Zielsetzung, Aufwand und betrieblicher Nutzen derartiger Systeme werden an zwei Betriebsbeispielen herausgearbeitet. Abschließend werden die möglichen Konsequenzen dargestellt, die sich für die künftige agrartechnische Entwicklung aus Sicht der Industrie und der Agrarwissenschaft ergeben. Den Landwirten wird so gezeigt, wie sie sich auf umweltpolitische Vorgaben einstellen sowie Umweltverträglichkeit und Umweltleistungen in der Pflanzenproduktion realisieren und dokumentieren können, ohne gleichzeitig Einschnitte im ökonomischen und sozialen Bereich hinnehmen zu müssen.