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Udo Friedrich

    Gewohnheit als Regulativ des Handelns im Mittelalter
    Die Rhetorik der Gewohnheit
    Das Mittelalter: Perspektiven mediävistischer Forschung. Band 17. Heft 2
    Orientierungskurs Germanistik
    • Sicher im Studium Die Reihe mit dem Grundlagenwissen sämtlicher Teildisziplinen des Studienfachs Germanistik Fragestellungen und wissenschaftliche Zusammenhänge des Faches Bietet Orientierung und kompaktes Wissen Ausführliches Glossar alles germanistischen Fachbergriffe Für die gezielte und schnelle Vorbereitung auf Hochschulprüfungen übersichtlich und leicht verständlich Zu den Autoren: Udo Friedrich ist Professor für Ältere deutsche Sprache und Literatur an der Georg-August-Universität Göttingen. Martin Huber ist Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medientheorie an der FernUniversität in Hagen. Ulrich Schmitz ist Professor für Germanistik/Linguistik und Sprachendidaktik an der Universität Duisburg-Essen.

      Orientierungskurs Germanistik
    • Die Rhetorik der Gewohnheit

      Zur Habitualisierung des Wissens in der Vormoderne

      • 131pagine
      • 5 ore di lettura

      Der alte Streit zwischen Philosophie und Rhetorik über die Möglichkeiten rationaler Selbstbestimmung ist alles andere als entschieden. Gewohnheit und Konventionen, die klassischen Opponenten der Vernunft, spielen in der Ökonomie menschlichen Handelns und Wissens keinesfalls nur eine negative Rolle. Vielmehr stehen sie für einen Geltungsanspruch ein, der Identität, auch soziale, nicht über Natur und Verstand, sondern über gewachsene Orientierung in der Zeit, über Geschichte, definiert. Memoria und actio, die beiden oft vernachlässigten Aufgaben des Redners, verweisen auf die performative Dimension, die Wissen über ein habitualisiertes Gedächtnis, über Wiederholung, dem Körper einschreibt. Solches Wissen kann nicht gelehrt, sondern nur geübt werden und ist noch Grundlage des kulturellen Gedächtnisses. Ausgehend von der antiken Rhetorik wird das breite Funktionsspektrum der Gewohnheit und seine Leistung für die Modellierbarkeit des Menschen am Beispiel der mittelalterlichen Monastik und Adelserziehung bis hin zur frühneuzeitlichen Schwankliteratur verfolgt. Im Fokus stehen nicht nur Formen des Handelns, sondern auch des Wissens, wie sie die Topik traditionell verwaltet und die im Rahmen einer ±Epistemologie des Exemplarischen? neue Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben

      Die Rhetorik der Gewohnheit