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Helga Dill

    Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Essen: Fallbezogene und gemeindeorientierte Analysen
    Die Netzwerkperspektive in der evangelischen Gemeindearbeit
    Ausgeliefert und verdrängt Heimkindheiten zwischen 1949 und 1975 und die Auswirkungen auf die Lebensführung Betroffener
    Grenzenlose Orte
    Irgendwann muss doch mal Ruhe sein!
    • Irgendwann muss doch mal Ruhe sein!

      Institutionelles Ringen um Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch an einem Institut für analytische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

      • 264pagine
      • 10 ore di lettura

      Das Buch liefert - erstmals im deutschsprachigen Raum - einen umfassenden wissenschaftlichen Beitrag zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in einem Psychotherapieinstitut. Die qualitative Fallstudie nimmt jahrzehntelangen Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt durch den Leiter eines analytischen Kinder- und Jugendinstituts in den Blick. Dabei zeigt sich, dass die in diesem System verstrickten Psychotherapeut*innen zentralen Vorstellungen und Konzepten ihrer Profession nicht gerecht werden: Schweigen, Verleugnung, Rationalisierung, Abwehr von Verantwortung und Ignoranz gegenüber Betroffenen verhindern über lange Zeit die Aufdeckung der Taten und nachhaltige Formen der Aufarbeitung. Das Institutsleben wird von einer dialektischen Spannung zwischen der Notwendigkeit der Bearbeitung und dem Wunsch nach ungestörtem Funktionieren geprägt. Diese Dynamik erweist sich zugleich als Analogie zu Problembewältigungsmustern psychotherapeutischer Patient*innen. Der Fall verweist auf grundsätzlicheProbleme im Bereich der Psychotherapie, die vor allem mit einem strukturellen Machtungleichgewicht und ausgeprägten Abhängigkeitsverhältnissen sowohl im Kontext der Ausbildung als auch im Behandlungssetting zu tun haben. Aus den Erkenntnissen dieser empirischen Untersuchung werden professions- und organisationsethische Überlegungen abgeleitet und - darauf basierend - konkrete Empfehlungen zur Prävention von sexualisierter Gewalt in Psychotherapieinstituten formuliert. Inhaltsverzeichnis Der Kontext.- Die Studie.- Methodik.- Deskriptive Befunde als Bezugsrahmen.- Rahmenkonzepte zur Einordnung des Geschehens.- (Sexuelle) Grenzverletzungen in psychotherapeutischen Beziehungen - eine Bestandsaufnahme.- Theoretische Modelle - individuelle und institutionelle Betroffenheit von sexualisierter Gewalt.- Hintergründe und Funktionsweisen einer strukturellen Prävention.

      Irgendwann muss doch mal Ruhe sein!
    • Grenzenlose Orte

      Sexualisierter Gewalt im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) 1976 bis 2006

      • 460pagine
      • 17 ore di lettura

      Dieser Band präsentiert die erste wissenschaftliche Studie zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in einem Jugendverband im deutschsprachigen Raum. Durch qualitative Interviews und Dokumentenanalysen wird das Ausmaß und die Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt im Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder von 1976 bis 2006 untersucht. Aus sozialpsychologischer Sicht wird die enge Bindung von Kindern und Jugendlichen zu ihren Pfadfindergruppen beleuchtet. Sexualisierte Gewalt wird als ein Phänomen dargestellt, das auf tradierten Hierarchien, informellen Machtasymmetrien und emotionalen Abhängigkeiten basiert. Junge Mitglieder waren oft überfordert im Umgang mit entsprechenden Verdachtsfällen. Ihre eigenen Vorstellungen von Machbarkeit führten dazu, dass sie Betroffene ignorierten und versuchten, Täter nicht nachhaltig zu kontrollieren. Die Erkenntnisse dieser Studie bieten Empfehlungen für die Aufarbeitung und Prävention, die auch auf andere Jugendverbände übertragbar sind. Das Inhaltsverzeichnis umfasst Themen wie Projektverlauf, Risikobedingungen für sexualisierte Gewalt, exemplarische Falldarstellungen, den Umgang des BdP mit Vorfällen, kommunikative Aspekte, Folgen sexualisierter Gewalt, sowie systemtheoretische Überlegungen und abschließend Empfehlungen für Prävention und Intervention.

      Grenzenlose Orte
    • Ausgeliefert und verdrängt Heimkindheiten zwischen 1949 und 1975 und die Auswirkungen auf die Lebensführung Betroffener

      Eine begleitende Studie zur Bayerischen Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder

      • 460pagine
      • 17 ore di lettura

      Erst mit jahrzehntelanger Verspätung wurden die Belange ehemaliger Heimkinder von Politik und Öffentlichkeit wahrgenommen, was zur Einrichtung von Anlauf- und Beratungsstellen in Bayern führte. Diese Studie zeigt, dass die Arbeit dieser Stellen einen wirksamen Beitrag zur Unterstützung und Aufarbeitung des Schicksals ehemaliger Heimkinder leistete. Dies geschah vor dem Hintergrund eines bislang unbekannten Ausmaßes an Vernachlässigung, Misshandlung und sexualisierter Gewalt in Kinderheimen zwischen 1949 und 1975. Systematische biografische Rekonstruktionen bieten umfassende Einblicke in die gesundheitlichen, sozialen und beruflichen Auswirkungen dieser frühen Schädigungen auf das gesamte Leben der betroffenen Frauen und Männer, während auch deren Überlebensressourcen sichtbar werden. Die Studie fungiert zudem als Mahnung an die gegenwärtige stationäre Kinder- und Jugendhilfe, indem sie die zerstörerischen Wirkungen von Gewalt, Vernachlässigung und Machtmissbrauch auf die betroffenen jungen Menschen eindringlich beschreibt. Die Untersuchung umfasst verschiedene Aspekte, darunter den Forschungskontext, die Arbeit der Beratungsstelle aus Sicht der Berater*innen, familiäre Hintergründe, das Leben im Heim und die kulturelle Aufarbeitung der Erfahrungen.

      Ausgeliefert und verdrängt Heimkindheiten zwischen 1949 und 1975 und die Auswirkungen auf die Lebensführung Betroffener
    • Die Prognose für die Evangelische Kirche in Deutschland zeigt, dass ohne neue Strategien die Mitgliederzahl sinkt und die Kirche älter und ärmer wird. Das Projekt "Netzwerkorientierte Gemeindeentwicklung" sucht nach Wegen, das Potenzial der 24 Millionen Mitglieder zu aktivieren und eine offene, lebendige Kirche zu fördern.

      Die Netzwerkperspektive in der evangelischen Gemeindearbeit
    • Der vorliegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse einer sozialwissenschaftlichen Studie, die das Bistum Essen im Jahr 2020 in Auftrag gegeben hat. Im Zentrum steht die Analyse jahrelanger bzw. jahrzehntelanger Karrieren sechs verschiedener Kleriker, die zum Teil schon früh des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurden. Die Studie liefert nicht nur ein erschütterndes Bild über die gravierenden Versäumnisse der Bistumsverantwortlichen, sondern nimmt auch ein bisher vernachlässigtes Thema besonders in den Blick: die Dynamiken in Kirchengemeinden, wo sich die destruktiven Folgen sexualisierter Gewalt hartnäckig reproduzieren – Solidarität mit dem beschuldigten Gemeindepfarrer, Schweigen, Ausgrenzung Betroffener, Abwehr von Schuldgefühlen. Vertiefte Analysen zur Priesterausbildung im Bistum Essen liefern zudem Erklärungsansätze für die Befunde. Darüber hinaus werden Chancen und Widersprüche der institutionellen Präventionsarbeit diskutiert.

      Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Essen: Fallbezogene und gemeindeorientierte Analysen