Bookbot

Irmtraud Ubbens

    Sein Kampf für Recht, Freiheit und Anstand war notorisch
    • 2009

      Sein Kampf für Recht, Freiheit und Anstand war notorisch

      Moritz Goldstein - 'Inquit': Journalist und Gerichtsberichterstatter an der Berliner 'Vossischen Zeitung' von 1918 bis 1933

      • 494pagine
      • 18 ore di lettura

      Moritz Goldstein (1880-1977) zählt zu den vergessenen Journalisten der Weimarer Republik. Von 1918 bis 1933 war er Redakteur und Journalist bei der Berliner „Vossischen Zeitung“, wo er sich als Gerichtsreporter „Inquit“ einen Namen machte. Kurt Pinthus bezeichnete ihn als den „gelesensten und beliebtesten“ der Zeitung. In der Lokalredaktion verfasste Goldstein feuilletonistische Beiträge über das Berlin seiner Zeit, die das Alltagsleben, politische Ereignisse und die wachsende Not zum Ende der Weimarer Republik lebendig werden ließen. Nach dem Tod seines Freundes Paul Schlesinger wurde Goldstein 1928 dessen Nachfolger als Gerichtsreporter und berichtete über bedeutende Prozesse, die oft über längere Zeiträume gingen. Er vermied das Spektakuläre und stellte durch unbeachtete Details ein prägnantes Bild der gesellschaftlichen Konflikte in Sexualität, Kunst, Berufskriminalität, Politik und Wirtschaft dar. Goldstein wollte das Alltägliche hinter Straftaten sichtbar machen und erweiterte die Gerichtsberichterstattung um die soziologischen Aspekte. Er erkannte Widersprüche im Justizsystem und hinterfragte die Sinnhaftigkeit von Strafen. Besonders in seinen Berichten über politische Prozesse gegen die Nationalsozialisten schilderte er deren Brutalität und die Nachsicht vieler Richter. 1933 musste Goldstein als Jude ins Exil gehen und konnte nie wieder von seiner journalistischen Arbeit leben. Er starb 1977 in New York.

      Sein Kampf für Recht, Freiheit und Anstand war notorisch