Was macht einen Faschismus aus? Und woran lässt sich erkennen, wenn demokratische Ordnungen in autoritäre Systeme umschlagen? Als Želju Želev sein Buch „Der Faschismus“ Ende der 1960er-Jahre in Bulgarien schrieb, war es weit mehr als eine historische Untersuchung. Hinter der Analyse des italienischen und deutschen Faschismus verbarg sich eine grundlegende Kritik totalitärer Herrschaft überhaupt. Das Manuskript zirkulierte jahrelang im Samisdat, erschien erst 1982 und wurde wenige Wochen später verboten. Dennoch entwickelte es sich zu einem Schlüsseltext der demokratischen Opposition und machte Želev international bekannt. Mit großer analytischer Schärfe untersucht Želev die politischen, ideologischen und gesellschaftlichen Strukturen faschistischer Regime. Dabei fragt er nicht nur nach ihrer Entstehung, sondern nach den Mechanismen, die autoritäre Systeme stabilisieren und demokratische Institutionen untergraben. Mehr als vierzig Jahre nach seinem Erscheinen hat dieses Buch nichts von seiner Aktualität verloren. In einer Zeit, in der weltweit autoritäre Bewegungen an Einfluss gewinnen, bietet „Der Faschismus“ historische Orientierung und ein eindringliches Plädoyer dafür, die Grundlagen demokratischer Gesellschaften zu verteidigen. Erstmals liegt dieses international bedeutende Werk nun in einer vollständigen deutschen Übersetzung vor.
Želju Želev Libri
