Die Anfänge des Christentums und seine gesamte Geschichte sind mit der historischen Figur Jesus von Nazareth verbunden. Sein Einfluss reicht über die Grenzen der Kirchen hinaus, und selbst dort, wo Jesus nicht anerkannt wird, sehen die Menschen die Notwendigkeit, sich mit ihm auseinanderzusetzen. So prägen seit fast zwei Jahrtausenden verschiedene christliche Traditionen die Geschichte Europas und setzen sich in gewissem Maße weltweit durch. In der Literatur und Kunst aller Zeiten begegnen wir unterschiedlichen Darstellungen von Jesus von Nazareth, was das Interesse an seiner Person widerspiegelt. Traugott Holtz, Professor für biblische Theologie an bedeutenden europäischen Universitäten, versucht, die grundlegende Frage zu beantworten: Wer war er und was wollte er? Er betrachtet außerbiblische (jüdische und heidnische) Berichte über Jesus, wendet sich an Paulus von Tarsus als den ältesten biblischen Zeugen und untersucht das Bild, das die Evangelien von Jesus zeichnen. Dabei berücksichtigt er auch die politischen, sozialen und religiösen Verhältnisse Palästinas zu Beginn des ersten Jahrhunderts. Holtz ist dabei stets der historischen Wahrheit verpflichtet und untersucht sorgfältig deren Auswirkungen auf die Formulierung der grundlegenden Prinzipien der christlichen Ethik.
Traugott Holtz Libri




EKK: Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament - 12: Der Brief an die Kolosser
- 232pagine
- 9 ore di lettura
Der Brief an die Kolosser tragt zwar den Absender des Paulus, doch ist es umstritten, ob diese neutestamentlilche Schrift tatsachlich aus der Feder des Apostels stammt oder ob sie einem seiner Schuler zugeschrieben werden muss. Von speziellem Interesse ist der Brief wegen seines besonderen Danach ist Christus der Herr der gesamten Welt. Der Brief verurteilt eine Bewegung in der christlichen Gemeinde, die den Glauben als vollige Absage an die Welt versteht und das Heil in einer reinen Konzentration auf das Innere und das Jenseitige sucht. Andererseits nimmt er das Anliegen einer Gemeinde auf, die in einer bruchig gewordenen Welt lebt und sich fragt, wo denn Zuversicht und Hoffnung zu finden seien. Der Gemeinde wird hier gesagt, dass in Chriustus eine neue Welt angebrochen ist, in der auch trennende Unterschiede verschwinden durfen. Dem Anliegen des Evangelisch-Katholischen Kommentars gemaa erarbeitet Eduard Schweizer durch eine fundierte Exegese, mit zahlreichen Hinweisen auf die Wirkungsgeschichte, die Bedeutung dieses Briefes fur die heutige Verkundigung. Dabei weist er auch auf jene Aussagen hin, die den Brief als fur das okumenische Gesprach relevant erscheinen lassen.
Der Erste Brief an Die Thessalonicher (Evangelisch-Katholischer Kommentar Zum Neuen Testament)
- 292pagine
- 11 ore di lettura
Der erste Thessalonicher-Brief gilt als der älteste erhaltene Paulus-Brief und damit als das älteste Buch des Neuen Testaments, verfasst um 50/51. Diese Datierung wird im Kommentar bestätigt, wodurch die Aussagen des Briefes besonders bedeutend werden, da sie die Erfahrungen der frühesten christlichen Gemeinde widerspiegeln. Traugott Holtz analysiert den Brief als in sich geschlossen und interpretiert ihn aus den Grundgedanken paulinischer Theologie. Zudem wird der geistesgeschichtliche Hintergrund frühjüdischer Theologie und Frömmigkeit beleuchtet. Ein zentrales Thema ist die "Danksagung," die Paulus als essentielles Element der christlichen Gemeinde betrachtet. Der Dank an Gott für sein Heilswerk in Christus umfasst nicht nur die Erinnerung an Vergangenes, sondern auch die Aufforderung, diesem Heil in Gegenwart und Zukunft Raum zu geben. Der Brief wird somit zu einem wichtigen Dokument der frühchristlichen Verkündigung und des Selbstverständnisses der christlichen Gemeinde. Die Wirkungsgeschichte des Briefes wird ebenfalls thematisiert. Nach etwa 60 Jahren erscheint mit diesem Band im deutschen Sprachraum zum ersten Mal wieder ein umfassender Kommentar, der aktuelle Forschungsergebnisse berücksichtigt.