Linus Reichlin liefert in seinem Roman ein grandioses Vexierspiel über die Grenzen unserer Wirklichkeitswahrnehmung. Die Begegnung mit einem Hund wird zum Auslöser eines turbulenten Abenteuers zwischen Einbildung und Realität. Extrem schräg und mit hohem Suchtfaktor. Felix Sell hat eine eher pragmatische Sicht aufs Älterwerden. Wenn er sich ein neues Bücherregal kauft, schätzt er zum Beispiel vorher ein, ob das Preis-Leistungs-Lebenserwartungs-Verhältnis gewahrt ist. Und wenn er in seiner Plattensammlung auf einen uralten LSD-Trip stößt, probiert er ihn natürlich aus, er hat schließlich nichts zu verlieren. Doch als kurz darauf ein kleiner Hund vor seiner Tür steht und fluchend reinkommen will, gerät Felix Sells entspannte Perspektive auf das Dasein ins Wanken. Denn bevor er herausfinden kann, ob der englisch sprechende Hund real oder eine Erfindung seines frisch berauschten (oder zu alten?) Gehirns ist, dringen zwei (offenbar echte?) Verfolger in seine Wohnung ein. Felix bleibt nichts übrig, als erstmal das Naheliegende zu tun: den Hund in Sicherheit bringen und Indizien dafür sammeln, ob er existiert oder nicht. Was er nicht ahnt: Dies ist der Anfang eines Geschehens, das ihn für immer aus seinem festgefahrenen (Rest-)Leben beamen wird.
Linus Reichlin Ordine dei libri (cronologico)






Señor Herreras blühende Intuition
- 272pagine
- 10 ore di lettura
Ein turbulenter Roman über Wahrheit und Phantasie, Schein und Sein, Yoga und Dichtung – so poetisch, witzig und schräg wie ein Film von Pedro Almodóvar Ein Schriftsteller zieht sich in ein abgelegenes Kloster in Spanien zurück. Doch sonderbarerweise scheint alles, was er dort erlebt, aus einem seiner Romane zu stammen. Der Koch des Klosters, ein ehemaliger Matador, bestärkt den Schriftsteller noch darin, dass er alles schon vorhergesehen hat. Im Verlauf der turbulenten Geschichte schaukeln sich die beiden immer weiter in eine alternative Wirklichkeit hinein, bei der am Schluss aus einer spanischen Zisterzienser-Nonne eine deutsche Textildesignerin wird, die ein Problem mit der Mafia hat. Oder ist es vielleicht wirklich so?
Keiths Probleme im Jenseits
- 256pagine
- 9 ore di lettura
Die schlechte Nachricht: Wir werden alle sterben. Die gute Nachricht: Einer nicht. Linus Reichlins Roman thematisiert die Unwahrscheinlichkeit unserer Existenz und die heilende Wirkung von Whiskey. Fred Hundt, ein Spezialist für Wahrscheinlichkeitstheorie, erklärt Fünftklässlern die Relativität von Zeit und Raum, als sein alter Freund Ben Harper anruft. Die beiden haben sich bei einem risikoreichen Single-Urlaub in der Karibik kennengelernt und geschworen, in Krisensituationen füreinander da zu sein. Ben, ein Arzt für Prominente in Kalifornien, steckt offenbar in einer Krise und will, dass Fred sofort nach L.A. kommt. Fred ist nicht abgeneigt, denn seine Stimmung ist miserabel: Sein Lieblingsmusiker Keith Richards ist gestorben, was für ihn den Beginn des großen Verschwindens markiert. Die Reise zu Ben wird jedoch zu einem Glücksfall. Freds Fachkenntnisse werden auf die Probe gestellt, und er landet schließlich mit Keith Richards höchstpersönlich auf einer einsamen Insel, wo er mit unerwarteten Herausforderungen konfrontiert wird. Reichlins Buch ist grotesk, witzig und klug, und es weckt den Wunsch, viel Musik zu hören und Bourbon zu trinken.
Manitoba
- 288pagine
- 11 ore di lettura
»Ich befand mich inmitten eines Ereignisses von epochalen Ausmaßen, und ich wusste nicht, wo mein Platz ist.« Als kleiner Junge erfuhr er von seiner Mutter das Familiengeheimnis: Sein Urgroßvater war ein Indianer, in den sich seine Urgroßmutter, eine Lehrerin in einer amerikanischen Missionsschule, verliebte. Nach seinem Mord kehrte sie in die Schweiz zurück. Während es draußen schneite, klang die Geschichte wie ein exotisches Märchen. Jahre später, als er ein mäßig erfolgreicher Schriftsteller ist, begibt er sich auf die Spur seiner Ahnen. Die Tagebuchaufzeichnungen seiner Urgroßmutter sollen ihm helfen, seine indianischen Wurzeln zu finden, doch sie erweisen sich als ungenau und widersprüchlich. Je tiefer er gräbt, desto löchriger wird die Geschichte seiner Abstammung, während er das Schicksal der Arapaho und anderer Indianerstämme entdeckt, die in Reservate gedrängt wurden. Die Geringschätzung ihrer hochentwickelten Kultur ärgert ihn zunehmend, je mehr er sich mit ihr identifiziert. Als er in einer abgelegenen Hütte in Manitoba versucht, wie seine Vorfahren zu leben, wird ihm jedoch klar, dass auch er als unwillkommener Eindringling wahrgenommen wird.
Kennen Sie die Sehnsucht danach, aus Ihrer Familiengeschichte auszubrechen und es völlig anders zu machen? Als er noch ein Kind war, kamen ihm seine Eltern oft wie Richard Burton und Liz Taylor vor. Sie waren das schillernde Paar in einer spießigen Umgebung: schön, erfolgreich, voller Leidenschaft – und ständig flogen die Teller durch die Luft. Der Ehekrieg tobte, bis ein tragischer Unfall ihm ein Ende setzte. Und mittendrin: er, Luis. Zwanzig Jahre später, Luis lebt schon lange in einem anderen Land und einem anderen Leben, lässt ein Zufall die Erinnerung an seine Jugendjahre wieder auf leben: In einer Berliner Galerie sieht er das von ihm gefälschte Gemälde, das auf fatale Weise mit dem Tod seiner Mutter verknüpft war. Luis, ein Meister der Verdrängung, hatte damals alle Familienbande radikal gekappt. Sein Vater war eine Enttäuschung, einer, der sich am Whiskyglas festhielt und von der Bärenjagd träumte. Die unerwartete Wiederbegegnung mit dem Gemälde wirkt wie ein Wink des Schicksals, sich endlich der Vergangenheit zu stellen, die ihn, seine Beziehungen und vor allem ihr Scheitern, stärker bestimmt, als er sich eingestehen will. Und so beginnt für Luis eine Erinnerungsreise zu seinen Anfängen, zu seinen drei wichtigen Beziehungen und seinen Versuchen, den richtigen Rhythmus für sich in der Welt zu finden. Eine Reise, an deren Ende er – vielleicht – den richtigen Takt finden wird …
Das Leuchten in der Ferne
- 299pagine
- 11 ore di lettura
Ein Roman über einen Kriegsreporter, eine Liebe unter extremen Bedingungen und über die Sehnsucht nach dem Außergewöhnlichen Moritz Martens, einst gefragter Kriegsreporter, bekommt seit Monaten keine Aufträge mehr. Er ist müde geworden, sein Konto ist fast leer, seine Ehe ist schon vor Jahren gescheitert und seine Affären machen ihn nur noch einsamer. Da begegnet er Miriam Khalili. Ihr Vater war einst aus Afghanistan geflohen, sie selbst ist in Berlin aufgewachen. Miriam erzahlt Martens eine unglaubliche Geschichte: Sie würde eine junge Afghanin kennen, die als Junge verkleidet seit Monaten mit einer Talibangruppe durch die Berge zieht. Der Anführer der Gruppe ist weit über die Grenzen des Landes hinaus für seine Brutalität und seinen Frauenhass berüchtigt. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis das Madchen enttarnt wird. Um sich zu retten sei es bereit, für zehntausend Dollar ein Interview zu geben. Miriam könne über einen Kontaktmann ein Treffen an einem geheimen Ort arrangieren. Doch schon in der Transall nach Feyzabad beginnt Martens an der Echtheit der Geschichte zu zweifeln. Ganz offensichtlich war Miriam noch nie zuvor in Afghanistan und verwickelt sich auch sonst immer mehr in Widerspruche. Doch Martens liebt das Unvorhersehbare und lasst sich trotzdem auf das Abenteuer ein. Er kann nicht ahnen, wie sehr das, was ihn in Afghanistan erwartet, sein Leben verändern wird.
Reportagen
- 128pagine
- 5 ore di lettura
In dieser Ausgabe von Reportagen erzählen herausragende Autorinnen und Autoren faszinierende Geschichten aus aller Welt. Themen sind unter anderem der Rote Thunfisch im Mittelmeer, die Gedenkstätte Yad Vashem, eine späte Liebe im Aufzug, Ayurveda und Nationalismus sowie Schätze und Schrott auf den Straßen der Großstädte.
Er
Roman
Die schwarze Schwester der Liebe. Der Brügger Kriminalist Hannes Jensen lernt in Berlin Lea, eine so hübsche wie eigenwillige Frau kennen und verliebt sich – zu seiner eigenen Überraschung – Hals über Kopf in sie. Er fühlt sich von der Aura des Rätselhaft-Verschlossenen angezogen, die sie umgibt. Doch Lea gibt sich nicht ohne Grund so verschlossen. Diverse Menschen suchen nach ihr. Als Neueinsteiger in der Liebe ist Hannes Jensen ganz schnell auch der Schattenseite der Leidenschaft ausgesetzt. Überall meint er Indizien dafür zu sehen, dass noch ein zweiter Mann in Leas Leben eine Rolle spielt. Jensen steigert sich dermaßen in seine Verdächtigungen hinein, dass er, der einst ein guter Ermittler war, nicht in der Lage ist, das eigentliche Geheimnis zu lüften, das Lea umgibt. Schlimmer noch: Jensen ist so blind vor Eifersucht, dass er die Frau, die er liebt, nicht schützen kann ... »Spannend bis zur letzten Minute« (Stern)
In seinem zweiten Buch überschreitet der Krimipreisträger von 2009 erneut die Genre-Grenzen. Hannes Jensen, ein ehemaliger Inspecteur der Polizei von Brügge, begeht einen fatalen Fehler: Während eines Seminars in Island schläft er mit einer ihm kaum bekannten Frau. Zurück in Brügge, trägt er die Spuren dieser Nacht in Form eines Liebesbisses am Hals, den er mit einem Kaschmirschal zu verdecken versucht. Annick, die er liebt, ist mit anderen Problemen beschäftigt, darunter die Sorgen um ihre beste Freundin, die von einem afrikanischen Wahrsager erfahren hat, dass ihre Tochter von einem Mann mit einem Mal am Hals getötet werden wird. Jensen, ein leidenschaftlicher Hobby-Physiker, glaubt nicht an Schicksal und sieht das Leben als eine Abfolge von Zufällen. Doch die Ereignisse der nächsten Tage bringen ihn zum Zweifeln an seinem Weltbild. Je mehr er sich gegen die schicksalhaften Verstrickungen wehrt, desto mehr wird er in sie hineingezogen. Der Roman thematisiert die komplexen Beziehungen zwischen Schicksal und Zufall, Liebe und Betrug und bleibt bis zum Schluss spannend.
Bruges, tranquilla cittadina nelle Fiandre, sonnecchia sotto una pioggia insistente. Jensen, ispettore di polizia con un'insolita passione per gli elettroni e i fotoni, conta i giorni che mancano al pensionamento anticipato.




