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Emilie

Erzählung

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In dieser zarten Erzählung von Doris Mühringer zeigt sich eine Sprache, die in ihrer Poesie über alle Altersgrenzen hinwegreicht. Die Illustrationen von Michaela Weiss verfeinern die einzigartigte Fliegengeschichte auf kongeniale Weise. „Eines Abends erscheint Emilie. Setzt sich auf meinen Daumen und putzt sich. Kopf, Vorderbeine, Flügel, Hinterbeine – Kopf, Vorderbeine … Das dauert eine ganze Weile. Sie ist klein, nicht größer als ein Reiskorn und zart und zierlich. Ich bewege den Daumen, weil ich wissen will, ob sie wegfliegt. Emilie bleibt sitzen. Also ist sie ganz neu. Es hat ihr noch niemand beigebracht, dass man sich vor Menschen fürchten muss. Vielleicht ist sie erst eine Stunde alt. Oder eine halbe. Oder vielleicht erst fünf Minuten. … Ich könnte sie streicheln, wenn sie nicht so zart wäre. Ich könnte sie töten. Woher weiß sie, daß ich es nicht tun werde? Emilie putzt sich schon wieder. Ich aber sitze bei der Schreibmaschine, es ist November, draußen schneit es, und ich habe heute noch viel zu tun. Ich schiebe sie vorsichtig auf ein Blatt Papier und setze sie zum Radiergummi und den Kugelschreibern. Da hat sie Unterhaltung genug. Und dann vergesse ich Emilie. Und Emilie vergisst mich. Und das ist ein großes Glück, wie man sehen wird. Emilie gefällt es bei mir. Gewöhnliche Fliegen summen die Fensterscheiben hinauf und hinunter und wollen hinaus. Emilie nicht. Wovon leben kleine Fliegen eigentlich?“

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Emilie, Doris Mühringer, Michaela Weiss

Lingua
Pubblicato
2025
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(Copertina rigida),
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In ottime condizioni
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18,49 €

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Titolo
Emilie
Sottotitolo
Erzählung
Lingua
Tedesco
Pubblicato
2025
Formato
Copertina rigida
ISBN13
9783991263845
Serie
Descrizione
In dieser zarten Erzählung von Doris Mühringer zeigt sich eine Sprache, die in ihrer Poesie über alle Altersgrenzen hinwegreicht. Die Illustrationen von Michaela Weiss verfeinern die einzigartigte Fliegengeschichte auf kongeniale Weise. „Eines Abends erscheint Emilie. Setzt sich auf meinen Daumen und putzt sich. Kopf, Vorderbeine, Flügel, Hinterbeine – Kopf, Vorderbeine … Das dauert eine ganze Weile. Sie ist klein, nicht größer als ein Reiskorn und zart und zierlich. Ich bewege den Daumen, weil ich wissen will, ob sie wegfliegt. Emilie bleibt sitzen. Also ist sie ganz neu. Es hat ihr noch niemand beigebracht, dass man sich vor Menschen fürchten muss. Vielleicht ist sie erst eine Stunde alt. Oder eine halbe. Oder vielleicht erst fünf Minuten. … Ich könnte sie streicheln, wenn sie nicht so zart wäre. Ich könnte sie töten. Woher weiß sie, daß ich es nicht tun werde? Emilie putzt sich schon wieder. Ich aber sitze bei der Schreibmaschine, es ist November, draußen schneit es, und ich habe heute noch viel zu tun. Ich schiebe sie vorsichtig auf ein Blatt Papier und setze sie zum Radiergummi und den Kugelschreibern. Da hat sie Unterhaltung genug. Und dann vergesse ich Emilie. Und Emilie vergisst mich. Und das ist ein großes Glück, wie man sehen wird. Emilie gefällt es bei mir. Gewöhnliche Fliegen summen die Fensterscheiben hinauf und hinunter und wollen hinaus. Emilie nicht. Wovon leben kleine Fliegen eigentlich?“