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- 250pagine
- 9 ore di lettura
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ger: Unter dem Schlagwort "Governance" werden lebhafte Diskussionen über neue politische Steuerungsmodelle geführt, die den Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden sollen. Dabei geht es einerseits um transnationalen Regelungsbedarf in einer globalisierten Welt, andererseits auch um eine optimale Rollenverteilung zwischen den, das gesellschaftliche Zusammenleben bestimmenden Systemen und Akteuren. Neue technologische Entwicklungen, Globalisierung, demographische Verschiebungen durch Alterung der Gesellschaft oder durch Migration, strukturelle Arbeitslosigkeit und neue Formen von Armut, gepaart mit einer schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation geprägt von leeren Staatskassen, stellen uns vor enorme gesellschaftspolitische Herausforderungen, die von staatlicher Seite alleine nicht mehr bewältigt werden können. Die Rollenverteilung des 20. Jahrhunderts ist für diese Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerüstet. Auf wirtschaftliche und private Akteure kommen neue Aufgaben und Verantwortungen zu, die bis dato der Staat (in Österreich und Deutschland unter dem Schlagwort des Wohlfahrtsstaats) übernommen hatte. Zusätzlich erfordert der Wandel zu einer polyzentrischen und pluralistischen Gesellschaft eine neue Form von Kommunikation und Interessensausgleich zwischen den Akteuren. Die Analyse und Definition einer neuen, dem Gemeinwohl förderlichen Aufteilung von Rechten und Pflichten unter den Akteuren sollte somit das Gebot der Stunde sein. Im Zentrum des gegenständlichen Forschungsprojekts steht das Beziehungsverhältnis zwischen den Systemen Staat und Wirtschaft. Es ist davon auszugehen, dass den hierarchischen Strukturen und institutionellen Mechanismen, die sich mit der Herausbildung von Marktwirtschaft und Sozialstaat nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Österreich manifestiert haben, nicht mehr geeignete Problemlösungskompetenz zukommt. Ein neuer partnerschaftlicher Weg - im Rahmen des Konzepts von Corporate Citizenship (CC) - könnte hingegen Möglichkeiten aufzeigen, die komplexe Situation zu entschärfen. Der Fokus dieses potentiellen Beitrags der Unternehmen liegt in der gegenständlichen Betrachtung auf dem Kriterium der sozialen Gerechtigkeit als wichtige Säule der Sozialen (bzw. Ökosozialen) Marktwirtschaft. Die individuelle Wahrnehmung der Lebensumstände als "sozial gerecht" ist Voraussetzung für sozialen Frieden und stabile politische Verhältnisse. Das konkrete Forschungsziel liegt in der Analyse des Potenzials von Unternehmen, sich im Sinne des Gemeinwohls für mehr soziale Gerechtigkeit zu engagieren. In diesem Zusammenhang wird das Interaktionsverhältnis von Staat und Wirtschaft theoretisch und empirisch anhand einer zweistufigen Expertenbefragung untersucht. Die Ergebnisse bestätigen, dass hinsichtlich der Bereitschaft der Unternehmen sich als Corporate Citizens stärker für soziale Gerechtigkeit zu engagieren, Potenzial gegeben ist. Es herrscht sowohl Bewusstsein für die Tatsache, dass soziale Gerechtigkeit einen wesentlichen gesellschaftlichen Stabilisationsfaktor darstellt, als auch für die Verantwortung der Wirtschaft in diesem Zusammenhang. Jedoch sind im Besonderen die politischen Akteure gefordert, dieses Potenzial zu heben. Vor allem das fehlende Bekenntnis der österreichischen Politik zum Themenbereich Corporate Citizenship, scheint eine gesamtgesellschaftliche Weiterentwicklung zu verhindern. Die gegenständliche Analyse zeigt einerseits mögliche kausale Zusammenhänge für diesen politischen Stillstand auf und bietet der österreichischen Politik andererseits konkrete Handlungsempfehlungen an, um im internationalen Vergleich auf diesem Themengebiet nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten. Im Zuge dieser Betrachtung wurden wirtschaftspolitische Instrumente zur Förderung der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung sowie die den CC-Kontext beeinflu Rahmenbedingungen untersucht und auf ihre Wirkung hinsichtlich der Steigerung der sozialen Gerechtigkeit überprüft. Die Ergebnisse zeigen: Der Staat sollte Rahmenbedingungen struktureller Natur, vor allem in Bezug auf Bildung und der Vereinbarkeit von Familie & Beruf setzen, eine neue Rollenverteilung in der Gesellschaft initiieren, koordinieren und moderieren sowie mit Vorbildfunktion vorangehen. Eine Kombination an Steuerungsinstrumenten scheint notwendig zu sein, um Unternehmen zu einem größeren Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit zu motivieren, wobei die Bewusstseinsbildung im Zentrum steht.
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Wirtschaftspolitik und Corporate Citizenship in Österreich, Mück
- Lingua
- Pubblicato
- 2012
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- (In brossura)
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- Titolo
- Wirtschaftspolitik und Corporate Citizenship in Österreich
- Sottotitolo
- das Potenzial von gesellschaftlichem Unternehmensengagement für mehr soziale Gerechtigkeit
- Lingua
- Tedesco
- Autori
- Mück
- Editore
- Lit
- Pubblicato
- 2012
- Formato
- In brossura
- Pagine
- 250
- ISBN10
- 3643504527
- ISBN13
- 9783643504524
- Serie
- Tag
- Libri di testo, Libri di testo universitari, Economia, Austria, Giustizia sociale, Politica economica
- Descrizione
- ger: Unter dem Schlagwort "Governance" werden lebhafte Diskussionen über neue politische Steuerungsmodelle geführt, die den Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden sollen. Dabei geht es einerseits um transnationalen Regelungsbedarf in einer globalisierten Welt, andererseits auch um eine optimale Rollenverteilung zwischen den, das gesellschaftliche Zusammenleben bestimmenden Systemen und Akteuren. Neue technologische Entwicklungen, Globalisierung, demographische Verschiebungen durch Alterung der Gesellschaft oder durch Migration, strukturelle Arbeitslosigkeit und neue Formen von Armut, gepaart mit einer schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation geprägt von leeren Staatskassen, stellen uns vor enorme gesellschaftspolitische Herausforderungen, die von staatlicher Seite alleine nicht mehr bewältigt werden können. Die Rollenverteilung des 20. Jahrhunderts ist für diese Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerüstet. Auf wirtschaftliche und private Akteure kommen neue Aufgaben und Verantwortungen zu, die bis dato der Staat (in Österreich und Deutschland unter dem Schlagwort des Wohlfahrtsstaats) übernommen hatte. Zusätzlich erfordert der Wandel zu einer polyzentrischen und pluralistischen Gesellschaft eine neue Form von Kommunikation und Interessensausgleich zwischen den Akteuren. Die Analyse und Definition einer neuen, dem Gemeinwohl förderlichen Aufteilung von Rechten und Pflichten unter den Akteuren sollte somit das Gebot der Stunde sein. Im Zentrum des gegenständlichen Forschungsprojekts steht das Beziehungsverhältnis zwischen den Systemen Staat und Wirtschaft. Es ist davon auszugehen, dass den hierarchischen Strukturen und institutionellen Mechanismen, die sich mit der Herausbildung von Marktwirtschaft und Sozialstaat nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Österreich manifestiert haben, nicht mehr geeignete Problemlösungskompetenz zukommt. Ein neuer partnerschaftlicher Weg - im Rahmen des Konzepts von Corporate Citizenship (CC) - könnte hingegen Möglichkeiten aufzeigen, die komplexe Situation zu entschärfen. Der Fokus dieses potentiellen Beitrags der Unternehmen liegt in der gegenständlichen Betrachtung auf dem Kriterium der sozialen Gerechtigkeit als wichtige Säule der Sozialen (bzw. Ökosozialen) Marktwirtschaft. Die individuelle Wahrnehmung der Lebensumstände als "sozial gerecht" ist Voraussetzung für sozialen Frieden und stabile politische Verhältnisse. Das konkrete Forschungsziel liegt in der Analyse des Potenzials von Unternehmen, sich im Sinne des Gemeinwohls für mehr soziale Gerechtigkeit zu engagieren. In diesem Zusammenhang wird das Interaktionsverhältnis von Staat und Wirtschaft theoretisch und empirisch anhand einer zweistufigen Expertenbefragung untersucht. Die Ergebnisse bestätigen, dass hinsichtlich der Bereitschaft der Unternehmen sich als Corporate Citizens stärker für soziale Gerechtigkeit zu engagieren, Potenzial gegeben ist. Es herrscht sowohl Bewusstsein für die Tatsache, dass soziale Gerechtigkeit einen wesentlichen gesellschaftlichen Stabilisationsfaktor darstellt, als auch für die Verantwortung der Wirtschaft in diesem Zusammenhang. Jedoch sind im Besonderen die politischen Akteure gefordert, dieses Potenzial zu heben. Vor allem das fehlende Bekenntnis der österreichischen Politik zum Themenbereich Corporate Citizenship, scheint eine gesamtgesellschaftliche Weiterentwicklung zu verhindern. Die gegenständliche Analyse zeigt einerseits mögliche kausale Zusammenhänge für diesen politischen Stillstand auf und bietet der österreichischen Politik andererseits konkrete Handlungsempfehlungen an, um im internationalen Vergleich auf diesem Themengebiet nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten. Im Zuge dieser Betrachtung wurden wirtschaftspolitische Instrumente zur Förderung der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung sowie die den CC-Kontext beeinflu Rahmenbedingungen untersucht und auf ihre Wirkung hinsichtlich der Steigerung der sozialen Gerechtigkeit überprüft. Die Ergebnisse zeigen: Der Staat sollte Rahmenbedingungen struktureller Natur, vor allem in Bezug auf Bildung und der Vereinbarkeit von Familie & Beruf setzen, eine neue Rollenverteilung in der Gesellschaft initiieren, koordinieren und moderieren sowie mit Vorbildfunktion vorangehen. Eine Kombination an Steuerungsinstrumenten scheint notwendig zu sein, um Unternehmen zu einem größeren Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit zu motivieren, wobei die Bewusstseinsbildung im Zentrum steht.